Ostaria Posta im Gadertal

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Wer in der Ostaria Posta im beschaulichen Südtiroler Gadertal noch ein Zimmer ergattert, hat Glück. Denn die ehemalige Poststation in Pikolein – bei St. Martin in Thurn – auf der Straße zwischen Bruneck und Corvara, ist bei seinen Stammgästen höchst beliebt. „Einmal Paul, immer Paul!“ begeistert sich zum Beispiel Theo aus Diepenbeek für seinen Gastgeber Paul Tolpeit, der ihm längst ein guter Freund geworden ist. Seit 32 Jahren macht der Belgier Urlaub bei Paul in der Ostaria. Im Winter genauso gerne wie im Sommer, wenn Paul seine Wandergäste zu den schönsten Plätzen seiner ladinischen Heimat führt. Andere Gäste mit denen ich spreche kommen teilweise auch schon seit 25 Jahren hierher.

Und wer zum ersten Mal herkommt, der spürt, dass er ab sofort selber zum Stammgast werden wird. Das liegt nicht nur daran, dass das historische Gasthaus eingebettet ist in eine wundervolle Landschaft und damit ein hervorragender Ausgangspunkt sowohl für Wanderungen als auch ins weitläufige Skigebiet rund um den Kronplatz. Der Heimatort St. Martin in Thurn bildet gar das kulturelle Zentrum des ladinisch-sprachigen Gadertals. Zusammen mit den urigen Dörfern Antermoia und Campill wird er umrahmt von der faszinierenden Bergwelt der Dolomiten – Kronplatz, Peiterkofel, Heiligkreuzkofel und viele faszinierende und verlockende Gipfel mehr.

Die holzgetäfelte Gaststube ist eine Schau

In der holzgetäfelten Stube der Ostaria Posta fühlt man den ladinischen Charme hautnah. Foto: Heiner Sieger

In der holzgetäfelten Stube der Ostaria Posta fühlt man den ladinischen Charme hautnah. Foto: Heiner Sieger

Schon beim Betreten verströmt die Ostaria ihren typisch ladinischen Charme. Man hat unweigerlich das Gefühl: Hier geht die Zeit langsamer. Das ehrwürdige Haus aus dem 19. Jahrhundert ist schon seit Generationen im Familienbesitz, was der Gast auch vom ersten Moment an durch die besondere persönliche Freundlichkeit der Gastgeberfamilie Tolpeit zu spüren bekommt. Entweder sitzt Senior-Chefin Margarethe oder ihr Sohn Philipp selber an der Rezeption und begrüßt den Ankömmling mit einem fröhlichen Lachen und herzlichen Worten.

Zudem durchweht das Haus noch ein wenig der Flair der ehemaligen Poststation. Das Juwel der trutzigen Herberge ist indes die unfassbar schöne, lichtdurchflutete Gaststube aus Zirbenholz, komplett erhalten im Südtiroler Jugendstil. Eine Schau. Unwillkürlich mag man sich hier niederlassen, einen Rotwein, ein paar leckere Schlutzkrapfen, eine Ecke Schüttelbrot genießen und auf die Dolomiten-Gipfel rausschauen – ein starkes Stück Lebensgefühl.

Junior-Chef Philipp Tolpeit im Weinkeller des Hauses. Foto: Heiner Sieger

Junior-Chef Philipp Tolpeit im Weinkeller des Hauses. Foto: Heiner Sieger

Seit 1870 steht der trutzige Gasthof hier, an der wichtigen Versorgungsstraße von Bruneck nach Corvara, gebaut, als strategisch wichtige Station für den Pferdewechsel der Post-Kutschen. Bis vor rund 20 Jahren noch beherbergte die Ostaria eine Poststation, an die heute der original rote Postkasten neben der Eingangstüre erinnert. Heute ist in dem ehemaligen Schalterraum eine gemütliche holzgetäfelte Stube für die Hausgäste eingerichtet. 2006 haben die Eigentümer das Haus um den Neubau Ara Nöia mit modernen Standard-, Superior-, Romantik- und Deluxe-Zimmern sowie einigen Suiten erweitert.

Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Im Altbau der Ostaria können sich die Gäste noch intensiver in vergangene Zeiten versetzen: Familie Tolpeit hat einige Zimmer im Originalstil der Jahrhundertwende eingerichtet. Kostenloses WLan, eine schöne Saunalandschaft, reichhaltige Frühstücksbuffets und köstliche Abendmenüs mit kräftigen ladinischen Gerichten lassen das Drei-Sterne-Hotel insgesamt wesentlich hochwertiger erscheinen.

Im Keller der Ostaria Posta verbirgt sich noch ein weiterer Schatz: Der Weinkeller von Hotellier Paul mit rund 100 Etiketten – aus Südtirol versteht sich. Mindestens einmal in der Woche führt er die Hausgäste auf eine zünftige Weinprobe in das alte Gewölbe runter. „Eigentlich ist der Weinkeller ein Hobby der ganzen Familie, das wir alle vier einen guten Tropfen zu schätzen“, bekennt sein Sohn Philipp, der übrigens auch Tourismus-Chef des kleinen Ortes ist, für seine Eltern und seine Ehefrau.

Im Kellerraum gegenüber pflegt Philipp liebevoll eine weitere Tradition – das hauseigene Museum. Hier hat er fein säuberlich zahlreiche Unikate und Erinnerungsstücke aus längst vergangenen Zeiten ausgestellt, wie ein handschriftliches Kochbuch von 1913, vergilbte Prospekte, Fotos aus der Zeit als Poststation, ehemalige Werbeaufkleber, alte Geschirr-Services, Nähutensilien und vor allem historische Gästebücher. Die tun kund, wer in früheren Zeiten schon alles das Gadertal reiste. Im  Juli 1937 zum Beispiel waren in der Ostaria unter anderem zu Gast: ein Ingenieur, ein Graf, Bauer & Knecht sowie ein Wohlhabender. Letzteres muss man heute nicht mehr sein, um in der Ostaria Posta zu wohnen: Ein besseres Preis-Leistungsverhältnis und mehr Gastfreundlichkeit lässt sich in der Region kaum finden. Heiner Sieger

 

Daten:
Ostaria Posta
I Picolin 42 I
I-39030 San Martin de Tor
Telefon: +39 0474 52 31 28
Fax: +39 0474 52 34 22
Webseite: http://www.ostariaposta.com
Email: info@ostariaposta.com

 

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