OBERGLUNIGER HOF IN TSCHERMS

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Ein perfekter Ort, um runterzukommen und die Seele baumeln zu lassen: Der Obergluniger Hof in Tscherms, Südtirol Foto: Obergluniger Hof

Wer bei einem Südtiroler Biobauernhof Urlaub macht, entdeckt die Ruhe und Ursprünglichkeit einer behüteten Region. Der Obergluniger Hof in Tscherms begeistert nicht nur mit seinen Bioart-Wohnungen, sondern auch mit einem Elemente-Garten und einer warmherzigen Gastgeber-Familie.

Fröhlich klirren aus dem Weinkeller die Flaschen, es gluckst und rauscht und helle Kinderstimmen klingen über den kleinen Innenhof. Heinrich Platter, Biobauer am Obergluniger Hof in Tscherms füllt gerade wieder einige Kartons mit Blauburgunder ab. Seine Kinder und deren Freunde aus der Nachbarschaft helfen behände mit. Kaum hat er die Gäste erblickt, kommt er mit seiner blauen Südtiroler Schürze lachend aus dem Gewölbe hervor. „Griaß Eich Gott, möchtet’s Ihr gleich auch einen Roaten koschtn?“, begrüßt er uns freundlich in seinem heimatlichen Dialekt. Natürlich gerne, aber nur ein kleines Glasl – schließlich ist es gerade erst elf Uhr am Vormittag. Aber hier in Südtirol ticken die Uhren sowieso anders als daheim.

 

Auf dem Bio-Bauernhof wird traditionelle Südtiroler Lebensart gepflegt

Weil immer mehr Gäste die traditionelle Südtiroler Lebensart schätzen, hat der Südtiroler Bauernbund schon vor rund 16 Jahren die Marke Roter Hahn ins Leben gerufen. Sie soll die Qualität der über 1600 Betriebe sichern, die Urlaub auf dem Bauernhof anbieten sowie der 41 bäuerlichen Schankbetriebe. Außerdem vereint der Rote Hahn 59 Bauernhöfe, welche Qualitätsprodukte vom Bauern anbieten sowie 8 bäuerliche Handwerker.

Zum Frühstück gibts im Obergluniger Hof immer leckere frische Apfelsäfte, Tee aus dem Kräutergarten und selbst gebackene Kuchen. Foto: Obergluniger

Zum Frühstück gibts im Obergluniger Hof immer leckere frische Apfelsäfte, Tee aus dem Kräutergarten und selbst gebackene Kuchen. Foto: Obergluniger

Der Gast, der sich bewusst dazu entschlossen hat, seinen Urlaub auf einem spezialisierten Bauernhof, wie etwa Reiterhof, Weinhof oder Biobauernhof zu verbringen, kommt mit großen Erwartungen, weiß man beim Südtiroler Bauernbundes. Alle Höfe erfüllen daher noch zahlreiche weitere Kriterien. Dazu zählen – etwa beim Biobauernhof – Besonderheiten wie die Nutzung erneuerbarer Energiequellen,  Möbel und Türen aus unbehandeltem Massivholz, biologisches Obst- und Gemüse zum Frühstück sowie der kostenlose Fahrradverleih.

Leben im Einklang mit der Natur

„Nirgendwo kann man das Leben der Einheimischen, die Traditionen und die Natur so hautnah miterleben wie auf dem Bauernhof. Die in alten Bräuchen verwurzelte bäuerliche Familie ist in unserer schnelllebigen Zeit zu einem ruhenden Pol in der Gesellschaft geworden – genau das richtige für Ruhe suchende Gäste“, so Leo Tiefenthaler, Obmann des Südtiroler Bauernbundes.

Ein solcher Ruhepol ist auf jeden Fall der Obergluniger Hof. Vier Ferienwohnungen, benannt und eingerichtet nach den vier Jahreszeiten stehen dem Gast zur Verfügung. Doch nicht nur die elegant-originellen Bioart-Ferienwohnungen machen den Obergluniger Hof zu einem der attraktivsten Bauernhöfe beim Roten Hahn. Sondern auch der einzigartige Elemente-Garten, die herrliche Lage vor den Toren der Belle-Epoche-Stadt Meran und die warmherzige, heimat- und naturverbundene Gastgeber-Familie versetzen den Gast in eine andere Welt. Der humorvolle Heinrich Platter engagiert sich in der örtlichen Feuerwehr und seine liebenswürdig um das Gästewohl besorgte Ehefrau Marlene hat regelmäßig Auftritte mit den örtlichen “Gaulsängern”.

Energetische Sanierung mit naturbelassenen Materialien

Die Chronik des Hofes beginnt 1354 mit dem urkundlich erwähnten Weinacker „colonig“. Der Obergluniger Hof ist ein „geschlossener Hof“. Das bezeichnet in Südtirol einen Hof, der mit allen dazugehörenden Gebäuden und Grundstücken zu Lebzeiten an nur einen Nachfolger vererbt werden kann. 1992 erbte Heinrich Platter diesen Hof, in dem bis zu ihrem Tod im Jahr 2000 seine Oma Magdalena wohnte.

„Mit der Zeit ist das Gemäuer recht verfallen, das Dach wurde undicht. Da haben wir vor drei Jahren beschlossen, etwas daraus zu machen und den Hof energetisch zu sanieren“, erzählt Marlene. „Die bäuerliche Grundstruktur und den hofeigenen Charakter haben wir erhalten, aber die Gemäuer mit umweltfreundlichen Baustoffen und naturbelassenen Materialien erneuert.“

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Die Gäste wohnen in Bioart-Wohnungen

Das Ergebnis sind vier moderne „Bioart-Wohnungen“ für 2 bis 8 Personen, benannt und entsprechend eingerichtet nach den vier Jahreszeiten. Jede Wohnung hat ihr eigenes Kreativkonzept, verströmt ein ganz besonderes Ambiente. Ob die Maisonette in der „Sommerwiese“, der Whirlpool gleich neben dem großen Doppelbett in der Wohnung „Herbstliebe“ oder das urige, noch nach der früheren Räucherkammer riechende Bad in der Wohnung „Winterfreude“ – die naturbelassene, allergikergerechte Innenausstattung wie Kalk- und Lehmputz an den Wänden, Holzdecken und geölte Eichendielen, stilvolle Massivholzmöbel sowie die Fußbodenheizung, betrieben aus der hofeigenen Pelletanlage, schaffen ein gesundes, behagliches Wohnklima. Dazu passt auch der Netzfreischalter in den Schlafzimmern zur Vermeidung elektromagnetischer Strahlen. Bettwäsche sowie Handtücher sind aus Loden, Baumwolle und Leinen.

Zum Frühstück brüht Marlene jeden Morgen neben dem Kaffee auch frischen Kräutertee mit Mischungen aus dem hofeigenen Elemente-Garten auf. Dazu gibt es frisches Bio-Obst, herrlich leckeren Bio-Apfelaft aus eigenem Anbau, selbst gebackenes Brot und jeden Tag einen anderen Kuchen – natürlich nach Marlenes eigenem Rezept.

Wer sich zu Mittag oder Abend sein Essen selber zubereiten möchte, darf sich gerne in der Kräuterecke des Elementegartens bedienen. Der Garten ist nach Feng-Shui-Richtlinien angelegt.

Zwischen Palmen, exotischen Gräsern, mediterranen Düften wie Rosmarin und Lavendel sowie den typischen Latschen und Kiefern, plätschern kleine Bäche und laden Bänke und Liegen zum Verweilen, Ausruhen, Sonnen, Lesen und Meditieren ein.

Kräuter- und Salatecke für hungrige Feriengäste

In der Kräuterecke findet der Hungrige neben Salaten und Gemüse eine Vielzahl frischer Kräuter wie Petersilie und Schnittlauch für Suppen, Salate, Aufstriche und Knödel, Majoran für Leberknödel und Suppen, Salbei, als Gewürz oder Tee, zum Gurgeln bei Halsweh; Thymian, Oregano, Rosmarin, Lorbeer und Basilikum zum Würzen von Fleisch, Sugo, Pesto und Gemüse sowie Ringelblume, Pfefferminze und Melisse zum Herstellen von Tee und Salben. Auf den Bäumen des Gartens wachsen verschiedenste Sorten Äpfel, Kirschen, Pfirsiche, Marillen, Feigen, Zwetschgen, aber auch Kiwi und Kaki. Und natürlich gedeihen weiße und rote Trauben.

Nicht verpassen sollte man die Gelegenheit einer Führung mit Biobauer Heinrich Platter. Seine Devise, mit der er seit rund 15 Jahren seine Plantagen bewirtschaftet, lautet: „Man muss mit der Natur arbeiten und nicht gegen sie. Mit Vertrauen und Geduld lässt sich Vieles aus dem herkömmlichen Anbau auf natürliche Art und Weise ausgleichen.“

In seinen Apfel-Gärten sieht das dann so aus: Zur Schädlingsbekämpfung kommen nur biologische Hilfsmittel zum Einsatz. So hängt er für die Höhlenbrüter unter den Vögeln Nistkästen in den Obstwiesen auf. Die darin brütenden Meisen vertilgen die schädlichen Insekten. Die als Obstmade bezeichnete Larve des Apfelwicklers lockt er mit einem Essig-Apfelsaft-Gemisch in die Falle – pro Hektar 30 Tiegel. Um auch die nützlichen Ohrwürmer anzulocken, die Läuse fressen, hängt er ungewaschene Schafwolle und alte Kleider auf die Bäume.

Allerdings fordert der Hang zur Natur auch seinen Preis in Form erhöhten Aufwandes. „Keine Chemie zu verwenden, bedeutet für mich den doppelten bis dreifachen Arbeitseinsatz. Denn die Obstbäume wachsen ohne Stickstoffzufuhr wesentlich langsamer und die Früchte treibt es weniger auf.“ Dafür entspricht der biologische Obst- und Weinbau auf den Anbauflächen des Obergluniger Hofes den Produktionsrichtlinien der Bioland-Organisation.

Gleich oberhalb des Hofes liegt der längste Waalweg Südtirols

Nur wenige hundert Meter vom Hof entfernt, lässt sich ein weiteres besonderes Naturerlebnis finden: der Marlinger Waalweg. Mit einer Länge von 12 Kilometern ist er der längste Waalweg Südtirols. Er verläuft am Hang des Marlinger Berges, von der Töll über Forst, Marling, Tscherms nach Lana. Ein Teilabschnitt ist als Walderlebnispfad mit interaktiven Lehrobjekten ausgestattet.

Waale sind uralte, einst vom Menschen angelegte Bewässerungsgräben, die Wiesen und Äcker mit Wasser versorgen. Entlang dieser von höher gelegenen Wasserläufen abgeleiteten Waale führen schmale ebene Pfade, die Waalwege. Ursprünglich dienten sie der Aufsicht und Pflege der Waale. Heute sind die Waalwege beliebte Wanderwege, vor allem für Kinder, die gerne mit dem Wasser wandern. Auch der Marlinger Waal wurde vor rund 250 Jahren gegraben. Noch heute fließt das Wasser großteils im ursprünglichen, offenen Waalbett. Entlang der Strecke offenbart sich ständig ein neues Panorama oder Naturerlebnis: Mal geht es durch tiefen Wald, mal über blühende oder frisch geheute Wiesn,  mal kreuzen wilde Bachläufe den Weg, mal ergeben sich imposante Ausblicke auf die herrliche Meraner Landschaft.

Tscherms gilt als einer der sonnigsten Orte Südtirols

Der Ort Tscherms liegt auf der geographisch rechten Etschtalseite am Fuße des Vigiljochs auf einer Meereshöhe von 292 m – einer begnadeten Klimalage. So gilt Tscherms als einer der sonnigsten Orte Südtirols. Der Obergluniger Hof liegt direkt unterhalb von Schloss Lebenberg in einer Höhe von 400 m. Er ist umgeben von biologisch bewirtschafteten Apfel- und Weingütern. Wer sich die Zeit nimmt und auf Balkon, Terrasse oder im Elemente-Garten verweilt, verspürt hier die ganz besondere Nähe zur Natur – und genießt einen herrlich weiten Ausblick über das Etschtal bis zum Bozner Talkessel.

 

Infos:

OBERGLUNIGER HOF
Lebenbergerstraße 9
I-39010 Tscherms (BZ)
Burggrafenamt, Südtirol, Italien
Telefon: +39 0473 562 375
Mobil: +39 346 24 26 087

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